Offsetdruck – eine der jüngsten Drucktechniken
Der Offsetdruck ist eine der jüngsten Drucktechniken. Er hat eine universelle Anwendung und ist daher weltweit die am häufigsten verwendete. Sein Name leitet sich vom englischen Ausdruck off-set – indirekter Druck – bzw. vom Begriff set-off – Abklatsch – ab.
Die „Eltern“ des Offsetdrucks sind zwei Herren. Robert Barclay aus England entwickelte im Jahr 1875 den Offsetdruck auf Blech. Einige Jahrzehnte später, im Jahr 1904, gelang es Ira Washington Rubel aus den USA, den Offsetdruck auch auf Papier anzuwenden.
Beschreibung des Offsetdrucks
Der Offsetdruck selbst ist ein Flachdruckverfahren, bei dem kein Unterschied zwischen dem druckenden Motiv und dem nicht druckenden Teil des Motivs besteht. Das Endbild wird von einer Druckform, die zylindrisch oder flach sein kann, zunächst auf einen Gummituchzylinder und erst danach auf das Papier übertragen. Die Farbe wird zweimal übertragen, weshalb der Offsetdruck als indirektes Druckverfahren bezeichnet wird. Dank der Gummioberfläche des Zylinders können auch minderwertigere Papiere mit gut dargestellten Details bedruckt werden.
Klassischer Feucht-Offsetdruck
Der klassische, feuchte Offsetdruck arbeitet mit Wasser. Er verwendet eine Druckplatte mit spezifischen Eigenschaften, die auf der Unvereinbarkeit von Fett und Wasser beruhen. Die im Offsetdruck verwendete Farbe ist fettbasiert.
Das zum Drucken bestimmte Motiv befindet sich auf einer Druckplatte mit einer Oberfläche, die Wasser abstößt (hydrophob ist) und auf der sich somit die mit der Walze aufgetragene Farbe festsetzt. Der nicht druckende Teil der Druckplatte hat dagegen eine Oberfläche, die Wasser annimmt (hydrophil ist), sodass sich dort keine Farbe absetzt. Die Druckplatte wird vor dem Auftragen der Farbe durch eine Feuchtwalze mit Wasser befeuchtet.
Trockener, wasserloser Offsetdruck
Für Drucke mit kleineren Auflagen wurde dank der digitalen Technologie der sogenannte trockene Offset entwickelt. Dieser Offset arbeitet nicht mit Wasserfeuchtung. Das Prinzip ist einfach. Mit Hilfe eines Lasers wird die Druckplatte direkt in der Maschine vorbereitet. Sie hat eine spezielle, mit Silikon beschichtete Oberfläche. Die zu druckenden Bereiche werden mit dem Laser von dieser Silikonschicht befreit. Auf der Silikonoberfläche der Druckplatte haftet die Farbe nicht, wohl aber auf den mit dem Laser freigelegten Bereichen. Wie beim nassen Offsetdruck wird der Druck über einen Gummituchzylinder auf das Papier übertragen.
Der trockene Offset leidet unter dem sogenannten „Farbenausfall“ – weißen, leeren Stellen im Druckbild. Dieses Problem wird durch das Ablösen kleiner Staubpartikel von der Druckplatte verursacht.
Trotz dieses Problems erreicht der trockene Offsetdruck bei Einhaltung des technologischen Verfahrens eine hohe Druckqualität. Auch das Fehlen der Feuchtmittellösung ermöglicht feinere Rasterungen.
„Offset“ druckt mit höchster Farbgenauigkeit
Der Offsetdruck ermöglicht im Gegensatz zum Digitaldruck auch den Druck sogenannter Sonderfarben (PANTONE). Jede dieser Farben hat eine genaue numerische Bezeichnung und ein genaues Mischungsverhältnis der Farbtöne. Dieser Vorteil prädestiniert ihn für Drucke, bei denen höchste Farbgenauigkeit des Druckergebnisses gefordert ist.
Lithografie – der ältere Bruder des Offsetdrucks
Das Prinzip der Unvereinbarkeit von fettiger Farbe und Wasser ist schon viel länger bekannt und wurde beim Offsetdruck lediglich in verfeinerter Form angewendet. Dieses Druckprinzip nutzt die Lithografie, die in der Planografie, bei der Plakatproduktion und ähnlichen Verfahren verwendet wurde.
Offset – Druck für die moderne Zeit, in der Geschwindigkeit Priorität hat
Der Offsetdruck wurde in den 1970er-Jahren zur dominierenden Drucktechnik in der Druckindustrie, als er den Buchdruck von dieser Position verdrängte. Er ist die schnellste Druckmethode bei großen Auflagen. Die Geschwindigkeit erreicht mehrere zehntausend Drucke pro Stunde, während der Buchdruck weit unter dieser Grenze lag.
Modernisierung und Weiterentwicklung haben den Offsetdruck so weit gebracht, dass er in Qualität und Brillanz unübertroffen ist. Mit Hilfe des Offsetdrucks, der in der Druckindustrie führend ist, werden heute auch Kunststoffmaterialien und Bleche bedruckt, die überwiegend in der Verpackungsindustrie verwendet werden.
Der Nachteil des Offsetdrucks besteht darin, dass er für kleine Auflagen nicht geeignet ist. Dieser Mangel wurde jedoch durch den Digitaldruck ausgeglichen, der in der Werbung führend ist und den Vorteil hat, auch ein einziges Exemplar in einer mit dem Offset vergleichbaren Qualität drucken zu können.
Verfasst von: Jozef Kákoš, Anatex, s.r.o. – Werbeartikel





