Auf den ersten Blick scheint der Begriff Werbeartikel so banal und einfach zu sein. Die meisten Menschen sind ihm schon begegnet oder wissen, was er bedeutet. Wie ist Ihre Erfahrung? Vielleicht würden Sie antworten: „Na klar, das kenne ich doch.“ Sie wären aber überrascht – es gibt tatsächlich, wenn auch selten, Fälle, in denen jemand beim Wort Werbeartikelnur ein großes Fragezeichen im Kopf hat. Umso interessanter ist es, wenn man sieht, dass diese Person buchstäblich mit Werbeartikeln behängt ist.
Ein T-Shirt mit dem Logo eines bekannten Softdrink-Herstellers, ein Kugelschreiber mit dem Logo des beliebtesten Radiosenders, eine Kappe mit dem Emblem einer renommierten Automarke, ein Maßband mit dem Logo eines Ziegelherstellers… eine kleine, laufende, kostenlose Werbung für die verschiedensten Marken. Sicherlich ist jeder von uns schon einmal unbewusst zu einem solchen wandelnden Werbeträger geworden. Doch darum geht es hier nicht.
Haben Sie sich schon einmal gefragt, was dieser Begriff eigentlich – im wahrsten Sinne des Wortes – bedeutet? Welche Bedeutung er hat und woher er überhaupt stammt? Wenn nicht, werfen wir einen genaueren Blick darauf.
Ein Blick in die Geschichte der Werbeartikel
Die erste Erwähnung von Werbeartikeln geht auf das Jahr 1789 zurück, als George Washington Gedenkabzeichen für seine Amtseinführung anfertigen ließ. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden vor allem praktische Alltagsgegenstände wie Kalender, Lineale und verschiedene Holzprodukte als Werbemittel verwendet. Es war jedoch noch keine eigenständige Branche. Diese begann sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu entwickeln.
Der Aufstieg dieser Werbeform wurde durch eine stagnierende Wirtschaftslage im Zeitungsvertrieb ausgelöst, die Druckereibesitzer zwang, neue Einsatzmöglichkeiten für ihre Technologie und ihr Know-how zu suchen. Der Druck auf Werbeartikel bot in schwierigen Zeiten eine zusätzliche Einnahmequelle. Als Begründer der Werbeartikelbranche gilt Jasper Meek, ein Drucker aus Coshocton, Ohio, der ein örtliches Schuhgeschäft davon überzeugte, Schultaschen mit dessen Logo bedrucken zu lassen.
Der Nächste, der diese Idee übernahm, war Henry Beach, ebenfalls Drucker aus Coshocton und Konkurrent von Meek. Schon bald verkauften und bedruckten beide Männer Murmelbeutel, Visitenkartenetuis, Fächer, Kalender, Schürzen, Mützen – und sogar Pferdehauben. Seitdem hat sich vieles verändert, doch die Grundidee blieb dieselbe: „Lassen Sie Ihre Botschaft sichtbar werden!“
Analysieren wir das Ganze
So viel zur Geschichte, doch betrachten wir nun die Wortverbindung Werbeartikel genauer. Sie besteht aus zwei Wörtern: Werbe- und Artikel.
Das Wort Werbe- stammt von Werbung, was wörtlich bedeutet: öffentliche Empfehlung von etwas, meist zum Kauf, oder die dafür verwendeten Mittel (Plakate, Prospekte…); im übertragenen Sinn: loben oder anpreisen. Der Begriff stammt aus dem Französischen und bezeichnete ursprünglich einen Zeitungsaufruf am unteren Rand einer Seite. Er leitet sich vom Verb réclamer – fordern, beanspruchen, reklamieren – ab (aus dem lateinischen reclamare – wieder rufen, laut widersprechen). Mit der Zeit wandelte sich seine Bedeutung in die heutige Form.
Das Wort Artikel bedeutet jeder unbelebte materielle Gegenstand. Verbindet man die Bedeutungen beider Wörter, ergibt sich: ein unbelebter materieller Gegenstand, dessen Aufgabe es ist, in der Öffentlichkeit Interesse am Kauf zu wecken oder Lob und einen guten Ruf zu verbreiten.
Das nächste Mal also, wenn Sie Werbeartikel hören oder Ihre Strategie zu ihrer Auswahl planen, werden Sie sich ihren wahren Sinn und natürlich auch ihren Nutzen besser vorstellen können.
Autor: Ing. Vladislav Klajban, Anatex, s.r.o. – Werbeartikel



