Die industrielle Revolution im 18. Jahrhundert und der damit verbundene Beginn des Konsumzeitalters führten zu einer erhöhten Nachfrage nach Taschen- und Armbanduhren. Die neue Arbeiterklasse verlangte nach Waren, die bis dahin nur der Oberschicht vorbehalten waren. Die Uhrenfirmen in der Schweiz erkannten diesen Trend und begannen, Taschenuhren in großem Maßstab für anonyme Kunden zu produzieren.
Aus der Handarbeit wurden meist Familienbetriebe, die sich in maschinelle Produktion umwandelten. Das größte Problem war die Endbearbeitung der Uhren, insbesondere die Herstellung der Zifferblätter. Bei Auftragsfertigung war die Herstellung des Zifferblatts Aufgabe des Graveurs. In der Massenproduktion war dies jedoch nicht möglich, und der Siebdruck war für diesen Zweck ebenfalls ungeeignet, da die Zifferblätter oft uneben waren und die Schriftgröße so klein war, dass sie die Möglichkeiten dieser Technik überstieg.
Das Prinzip des Tampondrucks
Die ersten Versuche mit dem Tampondruck stammen aus dem 18. Jahrhundert. Das eigentliche Prinzip dieser Technik beruht auf dem Tiefdruck, also dem Druck aus der Vertiefung. Das bedeutet, dass das Druckmotiv von einem Graveur in eine flache Metallplatte eingraviert wurde. Auf die Platte wurde Farbe aufgetragen, die anschließend abgewischt wurde, sodass die Farbe nur in den Gravuren verblieb.
Das Problem bestand nun darin, wie man diese Farbe auf einen anderen Gegenstand, im Falle der Uhren auf das Zifferblatt, übertragen konnte. Die ersten Versuche wurden mit Tampons aus natürlicher Gelatine, dem sogenannten Agar, durchgeführt. Dieser wurde aus Meeresalgen und tierischer Gelatine – Gallert – gewonnen. Durch Eindicken dieser Masse wurde die erforderliche Festigkeit des Tampons erreicht. Die vollkommen glatte und dennoch elastische Oberfläche der Gelatine konnte beim Andrücken auf die Druckform die in der Gravur enthaltene Farbe aufnehmen und auf ihre Oberfläche übertragen. Danach musste der Tampon nur noch auf das Zifferblatt gedrückt werden.
Das Prinzip, auf dem dies beruht, liegt darin, dass die Oberfläche des Gelatine-Tampons eine geringe Oberflächenspannung aufweist und dadurch die Farbe nahezu verlustfrei auf den zu bedruckenden Gegenstand übertragen kann. Der Nachteil war jedoch die Lebensdauer solcher Tampons – sie hielten etwa 20 Druckvorgänge aus. Für den Beginn der Produktion war dies jedoch ausreichend und vor allem wesentlich schneller und billiger als Gravuren.
Das Prinzip blieb, die Technologie entwickelte sich weiter
Moderne Tampondruckmaschinen arbeiten nach demselben Prinzip, doch die gesamte Technologie wurde seither perfektioniert. Tampons werden heute aus Silikonkautschuk hergestellt und haben eine lange Lebensdauer. Druckformen, heute allgemein als Klischees (im Slowakischen štočok) bezeichnet, werden aus verschiedenen Materialien hergestellt. Die Wahl des Materials hängt von der Produktion oder der Anzahl der Druckvorgänge ab, die die Form aushalten muss. Für die Massenproduktion werden Stahlklischees verwendet, deren Lebensdauer mehrere Hunderttausend bis Millionen Druckvorgänge beträgt. Für kleine Auflagen sind heute fotopolymerische Klischees am gebräuchlichsten. Sie bieten ein interessantes Preis-Leistungs-Verhältnis mit einer Haltbarkeit von mehreren Zehntausend Druckvorgängen.
Klischees werden im fotochemischen Verfahren hergestellt. Die lichtempfindliche Schicht wird durch einen Film mit dem Druckmotiv belichtet. Anschließend wird das Klischee in einer Lösung ausgewaschen. Die unbelichteten Teile des Motivs werden ausgewaschen, wodurch Vertiefungen entstehen, in denen die Farbe gehalten wird.
Auch die Tampondruckmaschinen haben sich weiterentwickelt. Es gibt manuelle Tampondruckgeräte für sehr kleine Auflagen sowie ein- bis mehrfarbige Maschinen, die sogar den Vierfarbdruck (CMYK) ermöglichen.
Vorteile des Tampondrucks
Der Hauptvorteil dieser Technologie besteht darin, dass unebene und dreidimensionale Gegenstände bedruckt werden können. Der flexible, komprimierbare Tampon passt sich leicht der Form des zu bedruckenden Gegenstandes an. Es werden lösungsmittelbasierte, ein- oder zweikomponentige, UV-Farben und Lacke verwendet. Die Qualität der Farben ist so hoch, dass sie auch in der Spielzeug- und Lebensmittelindustrie eingesetzt werden können.
Der Einsatz des Tampondrucks ist sehr breit gefächert – er findet Anwendung in fast allen Industriezweigen, in denen die Bedruckung unebener Gegenstände erforderlich ist. In der Werbebranche wird er häufig zur Bedruckung verschiedener Gegenstände eingesetzt, um deren ästhetische oder funktionale Eigenschaften zu verbessern.
Der Tampondruck ist wirtschaftlich vorteilhaft und, was ebenso wichtig ist, schnell. Im automatischen Betrieb erreicht er eine Geschwindigkeit von 1.600 Druckvorgängen pro Stunde, was sein größter Konkurrent – der Digitaldruck – derzeit noch nicht bewältigt. Und obwohl er an keiner Druckschule vollständig gelehrt wird, sehen wir seine Zukunft sehr optimistisch.
Verfasst von: Jozef Kákoš, Anatex, s.r.o. – Werbeartikel




