Sie haben sicher schon einmal einen Gegenstand in der Hand gehalten, der mit einer Prägung versehen war. Er wirkte elegant, fühlte sich angenehm an, und wenn es sich um ein Dokument handelte, verlieh es ihm eine gewisse Würde. Die Prägung gehört zu den ältesten Technologien, und wir verraten Ihnen gerne einige interessante Informationen darüber.
Ein wenig Geschichte
Als Vorläufer der Prägung – der Blindprägung – können die Siegelzylinder der alten Sumerer aus der Zeit zwischen 2500 und 3000 Jahren vor unserer Zeitrechnung betrachtet werden. Sie dienten als Echtheitsnachweis wichtiger Dokumente auf Tontafeln, die bis heute erhalten geblieben sind. Später wurden mit anderen Stempeln aus Kupfer, Bronze oder Stahl verschiedene Gegenstände verziert – ob Keramik, Schmuck oder Lederwaren.
Mit der Buchherstellung verbreitete sich die Prägung noch weiter. Bücher wurden von Hand geschrieben oder abgeschrieben, und durch die Prägung entstanden sehr wertvolle Einbände, die ihren künstlerischen Wert erhöhten. Im 15. Jahrhundert erfand Johannes Gutenberg den Buchdruck – ein Fachgebiet, das sich massenhaft zu entwickeln begann. Der Preis der Bücher sank drastisch, und sie wurden für breitere Bevölkerungsschichten zugänglich.
Das Prinzip der Prägung ist bis heute unverändert geblieben
Durch Druck und Wärme wird mit Hilfe einer Prägemaschine das Druckmotiv über eine Prägefolie auf Leder, Kunstleder, Kunststoffe oder Papier übertragen. Prägebänder werden in Gold- oder Silberausführung hergestellt. Dabei handelt es sich um eine verdampfte Metallschicht in einer Trennschicht auf einer Kunststoffträgerfolie. Heute sind verschiedene Farbvarianten dieser Prägebänder auf dem Markt erhältlich.
Prägestempel werden aus Messing durch Gravieren oder Fräsen hergestellt. Sie sind von höchster Qualität und für große Auflagen oder häufig wiederholte Prägungen bestimmt. Preiswertere Prägestempel werden aus Magnesium mittels fotochemischer Prozesse und Ätzung hergestellt. Für weichere Materialien eignen sich Prägestempel mit hohem Relief (Leder, Kunstleder), für harte Materialien hingegen solche mit niedrigem Relief.
Wird bei der Prägung auf die Prägebandfolie verzichtet, spricht man von Blindprägung. Dabei handelt es sich um einen Reliefdruck, der Druckerzeugnisse oder andere Produkte aufwertet. In der Drucktechnik wird die Reliefprägung mit Matrize und Patrize häufig verwendet. Das Ergebnis ist eine nach außen gewölbte Prägung, die bereits gedruckte Grafiken hervorhebt. Diese Art des Drucks wird bei der Herstellung von Postkarten, Glückwunschkarten, wertvollen Drucksachen, Visitenkarten und ähnlichen Produkten eingesetzt.
Wo Sie Prägungen begegnen können
Heute wird die Prägung zur Produktsicherung durch sogenannte Stempelmarken verwendet, die deren Echtheit garantieren. Auch im Bankwesen ist sie unersetzlich. Sie gehört zu den wichtigsten Sicherheitsmerkmalen gegen Fälschung. Wenn die Prägebandfolie einen holografischen Aufdruck enthält, ist sie eine unüberwindbare Barriere für Fälscher. Der Schutz besteht zum Beispiel darin, dass der holografische Aufdruck eine bestimmte DNA-Sequenz enthält, ohne dass bekannt ist, um welche DNA es sich handelt. In der unermesslichen Tier- und Pflanzenwelt ist dies ein nicht nachvollziehbares Sicherheitsmerkmal. Mit dieser sehr alten Drucktechnik können wir die Echtheit eines Produkts schützen.
In der Werbung wird die Technologie der Prägung, Blindprägung oder des Reliefdrucks bei der Prägung von Kalendern, Tagebüchern, Visitenkarten, Aufklebern, Briefpapieren und ähnlichen repräsentativen Drucksachen eingesetzt.
Von Handprägung zu mechanisierten Prägemaschinen
Aus der ursprünglich manuellen Prägung haben sich Geräte und Maschinen für die mechanisierte Prägung entwickelt. Für kleine Auflagen werden weitgehend manuelle Maschinen mit beheiztem Prägestempelkopf verwendet. Für großvolumige Prägungen werden Maschinen hergestellt, die auch im automatischen Modus arbeiten können. In Druckereien werden Buchdruckmaschinen eingesetzt, die jedoch mit Zubehör für die Prägung ausgestattet sein müssen.
In geringem Maße konkurriert die Prägung mit dem digitalen Laserschneiden. Mit dieser Technologie können durch Ausschneiden Teile des Druckerzeugnisses entfernt werden, was bei der Prägung nicht möglich ist. Sie wird beispielsweise für Fenster oder Ornamente verwendet. Man kann sie als neue Technologie betrachten, die Druckerzeugnisse aufwertet.
Verfasst von: Jozef Kákoš





